Psycho­the­rapie bei Fettsucht

Fett­sucht – Adipositas

Wenn Essen zum Trost, zur Beloh­nung oder zur Bewäl­ti­gung von Stress wird, kann sich ein belas­tendes Essver­halten entwi­ckeln. Manche Menschen essen bei Lange­weile, Ärger oder Enttäu­schung, auch ohne körper­li­chen Hunger. Dieses emotio­nale Essen wird häufig als Frust­essen oder Lust­essen bezeichnet.

Adipo­sitas bedeutet starkes Über­ge­wicht mit einem erhöhten Anteil an Körper­fett. Ihre Entste­hung hat unter­schied­liche Ursa­chen. Emotio­nales Essen kann dazu beitragen, ist aber nicht bei allen Betrof­fenen vorhanden. Adipo­sitas ist auch nicht auto­ma­tisch eine Essstörung.

Im Institut LICHTERREGEN in Gumpolds­kir­chen unter­stützen wir Sie dabei, die Zusam­men­hänge zwischen Essen, Gefühlen und Belas­tungen besser zu verstehen und neue Wege im Umgang damit zu finden.

Anzei­chen für belas­tendes Essverhalten

  • Essen wird häufig einge­setzt, um Stress, Frust oder innere Anspan­nung zu lindern.
  • Es wird auch ohne körper­li­chen Hunger oder über die Sätti­gung hinaus gegessen.
  • Gedanken an Essen, Gewicht oder Figur nehmen viel Raum im Alltag ein.
  • Nach dem Essen treten Scham, Schuld­ge­fühle oder Unzu­frie­den­heit auf.
  • Wieder­keh­rende Essan­fälle werden als Kontroll­ver­lust erlebt.

Solche Schwie­rig­keiten können bei unter­schied­li­chen Körper­ge­wichten auftreten. Wieder­holte Essan­fälle mit Kontroll­ver­lust können auf eine Binge-Eating-Störung hinweisen und sollten fach­lich abge­klärt werden.

Ursa­chen und begüns­ti­gende Faktoren

Adipo­sitas entsteht meist durch das Zusam­men­spiel mehrerer Faktoren. Sie lässt sich nicht allein durch mangelnde Diszi­plin erklären. Einfluss haben können:

  • Fami­liäre Veran­la­gung und körper­liche Voraussetzungen
  • Ernäh­rungs­ge­wohn­heiten, Bewe­gungs­mangel und Schlafmangel
  • Bestimmte Erkran­kungen oder Medikamente
  • Anhal­tender Stress und seeli­sche Belastungen
  • Erlernte Gewohn­heiten, Essen als Trost oder Beloh­nung einzusetzen

Abwer­tende Kommen­tare und Ausgren­zung wegen des Gewichts können zusätz­li­chen Druck erzeugen und den Selbst­wert belasten. Eine ärzt­liche Abklä­rung hilft, körper­liche Ursa­chen und mögliche Folge­er­kran­kungen zu erkennen.

Ablauf der Psychotherapie

Am Beginn steht ein Gespräch über Ihr Essver­halten, Ihre aktu­elle Lebens­si­tua­tion und Ihre persön­li­chen Ziele. Gemeinsam betrachten wir, wann Essen der Beru­hi­gung oder Beloh­nung dient und welche Gefühle oder Situa­tionen damit verbunden sind.

Schritt­weise entwi­ckeln wir andere Möglich­keiten, mit Stress, Frust und innerer Anspan­nung umzu­gehen. Auch der Umgang mit dem eigenen Körper, belas­tende Erfah­rungen und das Selbst­wert­ge­fühl können Themen der Therapie sein.

Psycho­the­rapie kann ein Baustein der Adipo­sitas-Behand­lung sein. Je nach Bedarf sind zusätz­lich ärzt­liche Betreuung und diäto­lo­gi­sche Unter­stüt­zung sinn­voll. Die Ziele werden indi­vi­duell abge­stimmt; eine Gewichts­ab­nahme lässt sich durch Psycho­the­rapie allein nicht garantieren.

Ziele und Möglich­keiten der Psychotherapie

  • Auslöser für emotio­nales Essen erkennen und besser verstehen
  • Andere Wege finden, um mit belas­tenden Gefühlen umzugehen
  • Bei Essan­fällen Stra­te­gien im Umgang mit dem Kontroll­ver­lust entwickeln
  • Scham und Selbst­vor­würfe verrin­gern und den Selbst­wert stärken
  • Einen respekt­vol­leren Umgang mit dem eigenen Körper entwickeln
  • Alltags­taug­liche Verän­de­rungen festigen und die Lebens­qua­lität verbessern

Selbst­test Fettsucht/Adipositas: Essen und Gefühle

  • Essen Sie häufig, wenn Sie gestresst, traurig, gelang­weilt oder verär­gert sind?
  • Nutzen Sie Essen regel­mäßig als Trost oder Belohnung?
  • Essen Sie manchmal weiter, obwohl Sie bereits satt sind?
  • Erleben Sie beim Essen wieder­holt einen Kontrollverlust?
  • Belasten Sie Scham, Schuld­ge­fühle oder Gedanken an Ihr Gewicht?
  • Wünschen Sie sich andere Möglich­keiten, mit Ihren Gefühlen umzugehen?

Wenn Sie 2 oder mehr Fragen mit „ja“ beant­worten können, haben Sie wahr­schein­lich eine Adipositas.

In diesem Fall kann Psycho­the­rapie Ihnen helfen!

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